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ENGAGEMENT GEGEN HOMOPHOBIE UNERWÜNSCHT?

März 30th, 2017 | Posted by Transparent Magazin in Magazin

Beim U20-Länderspiel zwischen Schweiz und Deutschland ist ein Banner der Schweizer Initiative „Fans gemeinsam gegen Homophobie“ abgehangen worden. Wir haben mit Benjamin Netz über den Vorfall gesprochen. Er hatte die Fahne im Stadion aufgehängt.

Benjamin Netz, du hast beim U20-Länderspiel Schweiz gegen Deutschland eine Zaunfahne mit der Aufschrift „Fans gemeinsam gegen Homophobie“ aufgehangen - die aber in der 15. Minute von Ordnern abgehängt wurde. Wie hast du das Geschehen erlebt?

Ich war natürlich erstmal vollkommen überrascht. Bislang gab es noch nie Probleme mit dem Aufhängen der Zaunfahne. Weder bei Länderspielen noch bei meinem eigenen Verein.

Hast du dabei oder im Anschluss Solidarität anderer Fans erlebt?

Vor Ort waren nur wenige Zuschauer anwesend, die das gar nicht richtig mitbekommen haben dürften. Später habe ich jedoch viel Zuspruch bekommen. Vor allem von den Urhebern der Zaunfahne, der Initiative „Fans gemeinsam gegen Homophobie“, erhielt ich große Unterstützung bei der Aufklärung der Angelegenheit.

Wie hat der Schweizer Fußballverband das Abhängen begründet?

Der SFV hat das erstmal gar nicht begründet. Die Sicherheitsmitarbeiter haben mir mitgeteilt, dass sie auf Geheiß des Fernsehens, sprich des SRF, handeln würden. Im Nachklang hatten wir aber gute Gespräche mit dem SFV.

Wirst du weitere Schritte unternehmen oder die Fahne erneut in der Schweiz aufhängen?

Die Fahne hängt unregelmäßig bei Spielen meines eigenen Vereins und auch bei anderen Spielen werde ich die Fahne weiterhin aufhängen. Die ganze Situation zeigt ja, wie wichtig das Engagement gegen Homophobie im Fußball immer noch ist.

Ist Homophobie im Schweizer Fußball weit verbreitet?

Nicht mehr, oder weniger, als in Deutschland, oder Österreich. Mir fehlt jedoch häufig das Engagement der Fanszenen. Nur wenige Fangruppierungen sprechen sich explizit gegen Homophobie aus. Das machen Fanszenen in anderen Ländern besser.

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