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FANINITIATIVE „SECOND FANSHIRT“ GESTARTET

Oktober 21st, 2014 | Posted by Transparent Magazin in Magazin

Heute nimmt die Faninitiative »Second Fanshirt« ihre Arbeit auf. Organisiert von »Football Supporters Europe« (FSE) können Fußballfans ab sofort alte Fanartikel spenden, damit diese für einen guten Zweck weiterverkauft werden können. Wir sprachen mit den Initiatoren.

Das Interview führte Kea Müttel

secondfanshirt

Transparent Magazin: Wie seid ihr auf die Idee gekommen, alte Fanartikel zu sammeln?

Endi: Ich bin neben meinem Engagement bei BAFF auch noch im Komitee von »Football Supporters Europe« aktiv und da hatte ein Mitglied aus Dänemark vorgeschlagen, ob wir nicht eine Art europaweite Sammelkampagne zu diesem Thema ins Leben rufen wollen. Die Idee fanden wir alle gut, es war aber von Anfang an klar, dass die Umsetzung vor Ort dann von den nationalen Fanorganisationen, wie eben BAFF in Deutschland, ausgehen sollte.

Patrick: Zeitgleich ging in den vergangenen Wochen in Deutschland das überregionale Projekt »Second Bandshirt« an den Start, in dem Endi und ich ebenfalls involviert sind. Dieses Projekt wurde von engagierten Menschen aus der Punk- und Hardcoreszene ins Leben gerufen, um antirassistische Bewegungen und Gruppierungen mit dem Erlös der Spenden finanziell zu unterstützen. Wie der Name »Second Bandshirt« bereits impliziert, geht es hierbei um das Spenden von gebrauchten Bandshirts und anderem Merchandise, welches den Leuten nicht mehr gefällt oder einfach nicht mehr passt. Von der Ausrichtung her sind sich die Projekte demnach sehr ähnlich, sodass durch die personellen Überschneidungen der Slogan »Second Fanshirt« einfach auf der Hand lag. Aber nennen wir das Kind doch beim Namen: Er wurde im Einverständnis geklaut.

Wie läuft die Sammlung konkret ab, wer ist alles beteiligt?

Endi: Zum einen gibt es die Möglichkeit in einigen Städten direkt an Fan-/Ultraständen oder in Fanprojekten das nicht mehr benötigte/gewollte Merch abzugeben. Zum anderen kann man es auch einfach an das FSE-Büro in Hamburg schicken. Es sind schon einige Gruppen aus Hamburg, Berlin, Babelsberg, München, Leipzig von Anfang an dabei, wir sind uns aber sicher, dass noch viele weitere mitmachen werden, wenn das erst einmal angelaufen ist. Die Rückmeldungen fallen bislang jedenfalls sehr positiv aus. Parallel dazu machen ja einige Fangruppen schon seit längerem ähnliche Aktionen bzw. fangen gerade damit an, die werden wir natürlich dann auch nochmal pushen.

Was geschieht mit den gespendeten Fanartikeln?

Patrick: Die Sammlungen werden zusammengetragen und anschließend auf einer bekannten Internet-Auktionsplattform zum Kauf angeboten. Das Geld, dass wir hierdurch einnehmen, geht zu 100% transparent an Flüchtlingsinitiativen hier in Deutschland. Den meisten unterstützenden Gruppierungen, die wir auf eine Partizipation an unserem Projekt angesprochen haben, war es wichtig, dass die Spendengelder nicht im Nirgendwo versanden, sondern in unterstützenswerte Projekte direkt vor Ort fließen. Als Beispiele seien hier u.a. Fußballprojekte wie »Champions ohne Grenzen«, den »FC Lampedusa Hamburg« oder das Team »Welcome United 03« in Babelsberg genannt. Dort laufen schon einige tolle Projekte, an denen auch Fußballfans aus unserem Umfeld beteiligt sind. Wir sind jedoch auch für weitere Vorschläge jederzeit offen.

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Die Fanartikel werden gesammelt und für einen guten Zweck weiterverkauft.

Gibt es diese Sammlungen nur in Deutschland oder auch noch in anderen Ländern?

Endi: Die wird es in einigen anderen Ländern auch geben. Zum Beispiel in Kroatien, Spanien, England und in der Türkei, wo sich nationale Fanzusammenschlüsse vor Ort darum kümmern werden. Updates der internationalen Kampagne werdet ihr immer mal wieder bei www.fanseurope.org oder auf Facebook finden.

Ist die Sammlung eine einmalige Aktion oder eine langfristige Kampagne?

Patrick: Im Vorfeld über den Erfolg und die Dauer einer Kampagne zu mutmaßen ist gewohnter weise sehr spekulativ. Selbiges wird vor allem davon abhängig sein, auf wieviel Resonanz wir stoßen werden und wieviel Aufwand mit der Organisation verbunden sein wird. Zunächst haben wir uns jedoch den Zeitraum bis zum Ende diesen Jahres als eine Art Testlauf gesetzt. Sollte das Projekt jedoch gut angenommen werden, so stehen wir einer langfristigen Fortsetzung logischerweise positiv gegenüber. Unser nächstes Ziel ist es jedoch zunächst – unter Mithilfe der Fanprojekte und Fangruppierungen – das Projekt auch bei den Vereinen bekannt zu machen, um durch die Bewerbung in Stadionzeitungen usw. eine noch größere Öffentlichkeit zu erreichen. Wir sind jedenfalls selber sehr gespannt!

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